Knauf

Alice Knauf, M.A.

 

Zugehörigkeit:

Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsbereich Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung


Forschungsinteressen:

Kritische Infrastrukturen, Urbane Resilienz, Energieinfrastruktur und – politik, Nachhaltigkeit, Sicherheitspolitik, Governance


Dissertationsprojekt

Schutz und Resilienz Kritische Infrastrukturen im städtischen Handlungsraum (Arbeitstitel)

Moderne Gesellschaften sind im hohem Maße abhängig von einer funktionierenden Versorgung mit Strom. Ein breitflächiger, langandauernder Stromausfall hätte schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung. Die Energieversorgung wird daher als Kritische Infrastruktur eingestuft. Wird die Stromversorgung unterbrochen, hat dies in kurzer Zeit schwere Auswirkungen auf andere Kritische Infrastrukturen, wie z.B. auf das Telekommunikationssystem, das Verkehrsnetz oder die Wasserversorgung. Die Abhängigkeit des modernen Lebens von Strom ist in den letzten Jahrzehnten durch eine fortschreitende Technologisierung der modernen Lebenswelt noch weiter gestiegen, gleichzeitig erscheinen die internen und externen Gefahren, die ihr Funktionieren bedrohen könnten, vielfältig. Zu diesen gehören nicht zu Letzt die gestiegene Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse im Zuge des Klimawandels. Städte sind Knotenpunkte infrastruktureller Vernetzung. Ein Ausfall trifft sie besonders stark. Neben dieser hohen Vulnerabilität könnte in Städten aber auch einer der wichtigsten Ansatzpunkte für einen besseren Schutz und eine erhöhte Resilienz der Stromversorgung liegen. In der vergleichsweisen kleinen politischen Einheit könnte das Aushandeln von Lösungen zwischen den verschiedenen Stakeholdern unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten leichter gelingen als auf höherer Ebene. Im deutschen System des Katastrophenschutzes sind in kreisfreien Städten und Landkreisen die unteren Katastrophenschutzbehörden in der Regel bei den Feuerwehren angesiedelt. Diese leisten wichtige Arbeit im Bereich des vorsorgenden und abwehrenden Katastrophenschutzes. Ihre Rolle beim Schutz Kritische Infrastrukturen, wie sie die Stromversorgung darstellt, wurde dabei noch nie systematisch untersucht. Im Forschungsprojekt soll daher für (kreisfreie) Großstädte in Deutschland erhoben werden, welche Maßnahmen zur Vorbereitung auf einen Stromausfall auf Ebene der unteren Katastrophenschutzbehörde ergriffen werden. Kommunale Handlungsmöglichkeiten können so systematisch zusammengestellt und förderliche Rahmenbedingungen für ein hohes Aktivitätslevel im Politikfeld identifiziert werden. Als Einflussfaktoren werden unter anderem die Einbindung in Städtenetzwerken oder Forschungsprojekten, die Erfahrung der Stadt mit Störfällen und die Existenz politischer Entrepreneure berücksichtigt.

 

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