Alumna

Knauf, Alice

Dr. rer. pol. Alice Knauf

Mitglied des Graduiertenkollegs KRITIS von 10/2016 bis 09/2019

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Bereich

FB 2: Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften
Institut für Politikwissenschaft, Arbeitsbereich Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung

Forschungsinteressen

  • Kritische Infrastrukturen
  • Urbane Resilienz
  • Energieinfrastruktur und – politik
  • Klimaschutz und -anpassung
  • Sicherheitspolitik
  • Governance

Dissertationsprojekt

Urbane Resilienz gegenüber einem langanhaltenden, überregionalen Stromausfall

Moderne Gesellschaften sind in hohem Maße abhängig von einer funktionierenden Versorgung mit Strom. Ein überregionaler, langandauernder Stromausfall hätte schwerwiegende Folgen für die Bevölkerung. Die Energieversorgung wird daher als Kritische Infrastruktur eingestuft. Wird die Stromversorgung unterbrochen, hat dies in kurzer Zeit schwere Auswirkungen auf andere Kritische Infrastrukturen, wie z. B. auf die Sektoren Telekommunikation und Informationstechnik, Verkehr und Transport oder auch die Bereiche der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Die Abhängigkeit des modernen Lebens von Strom ist in den letzten Jahrzehnten durch eine fortschreitende Technologisierung der modernen Lebenswelt noch weiter gestiegen, gleichzeitig erscheinen die internen und externen Gefahren, die ihr Funktionieren bedrohen könnten, vielfältig. Zu diesen gehört nicht zu Letzt die gestiegene Wahrscheinlichkeit für Extremwetterereignisse im Zuge des Klimawandels. Städte sind Knotenpunkte infrastruktureller Vernetzung. Ein Ausfall trifft sie besonders stark. Neben dieser hohen Vulnerabilität könnte in Städten aber auch einer der wichtigsten Ansatzpunkte für einen besseren Schutz und eine erhöhte Resilienz der Stromversorgung liegen. In der vergleichsweisen kleinen politischen Einheit könnte das Aushandeln von Lösungen zwischen den verschiedenen Stakeholdern unter Berücksichtigung lokaler Besonderheiten leichter gelingen als auf höherer Ebene. Im deutschen System des Katastrophenschutzes sind die kreisfreien Städte und Landkreise die Unteren Katastrophenschutzbehörden. Die damit verbundenen Aufgaben werden in deutschen Großstädten im Alltagsgeschäft de facto bei den Berufsfeuerwehren angesiedelt. Sie stellen damit gleichzeitig die lokalen Katastrophenschutzämter dar. Ihre Rolle beim Schutz Kritischer Infrastrukturen, wie sie die Stromversorgung darstellt, wurde dabei noch nie systematisch in der Breite untersucht. Im Forschungsprojekt wird daher für (kreisfreie) Großstädte in Deutschland erhoben, welche Maßnahmen zur Vorbereitung auf einen Stromausfall in den lokalen Katastrophenschutzämtern ergriffen werden. Kommunale Handlungsmöglichkeiten können so systematisch zusammengestellt und förderliche Rahmenbedingungen für ein hohes Aktivitätslevel im Politikfeld identifiziert werden. Als Einflussfaktoren werden unter anderem die Einbindung in Städtenetzwerken oder Forschungsprojekten, die Erfahrung der Stadt mit Katastrophen und die Existenz politischer Entrepreneure berücksichtigt.

10/2014 – 10/2016 Master of Arts: Governance und Public Policy, TU Darmstadt
10/2011 – 10/2014 Joint Bachelor of Arts: Politikwissenschaft & Wirtschaftswissenschaften, TU Darmstadt
10/2010 – 10/2011 Politikwissenschaft, TU Darmstadt
10/2016 – 09/2019 Mitglied des Graduiertenkollegs KRITIS
05/2016 – 09/2016 Forschungspraktikum am Institut Wohnen und Umwelt, Darmstadt; Abteilung: Integrierte Nachhaltige Entwicklung
09/2014 – 09/2015 Werkstudentin bei der KfW Entwicklungsbank, Frankfurt am Main; Abteilung: LGc5 – Finanzielle Zusammenarbeit; Sektoren: Nachhaltige Wirtschaft; Bildung; Gesundheit; soziale Sicherung
06/2013 – 12/2013 Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Vergleichende Analyse politischer Systeme und Integrationsforschung im Rahmen des Forschungsprojekts “Challenges of European External Energy Governance with Emerging Powers: Meeting Tiger, Dragon, Lion and Jaguar”, TU Darmstadt