Promovierende

Michèle Sauer M.A.

FB 2: Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften

Institut für Geschichte, Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte

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Work S4/24 106
Dolivostraße 15
64293 Darmstadt

Forschungsinteressen

  • Technikgeschichte
  • Kritische Infrasturkturen
  • Stadtentwicklung
  • Erinnerungskultur
  • Geschichte der USA

Dissertationsprojekt

Funktionskrisen durch Regulierung. Kritikalität und Transformation netzgebundener Infrastrukturen in der Pandemie (Arbeitstitel)

Anders als bei Naturkatastrophen, Terroranschlägen oder Momenten des technischen Versagens, wirkt sich eine pandemiebedingte Funktionskrise vor allem auf Regulierungsprozesse netzgebundener Infrastrukturen aus. Es droht weniger ein plötzlicher Ausfall, als vielmehr eine Verbreitung der Krankheitserreger durch Infrastrukturen und deren Nutzer. Um dies zu vermeiden müssen Maßnahmen getroffen werden, die die regulären Zirkulationsmechanismen unterbrechen. Teile der vorhandenen Infrastrukturen erfahren wiederum eine pandemiebedingte Umnutzung, um den plötzlichen Anforderungen des Infektionsgeschehen gerecht zu werden. Die daraus resultierende und womöglich nachhaltige Transformation durch Zirkulationsunterbrechungen steht im Zentrum dieser Forschungsarbeit. Die Geschichtswissenschaft bietet dabei die Möglichkeit, dynamische Entwicklungen über einen langen Zeitraum hinweg zu analysieren. So lassen sich Maßnahmen und Lernprozesse verschiedener Epidemien miteinander vergleichen, während die Langzeitperspektive den Blick auf langwierigere Transformationsprozesse erlaubt. In der Geschichtsforschung sind die großen Epidemien des 19. und 20. Jahrhunderts vor allem im Bereich der medizinischen Wissensgeschichte, vereinzelt aber auch aus dem Blickpunkt der Stadtentwicklung heraus unteruntersucht worden. Eine vergleichende Analyse verschiedener Krankheitsausbrüchen und deren Auswirkungen auf kritische Infrastrukturen moderner Gesellschaften hat es bisher nicht gegeben. Das wird Ziel dieses Projektes sein. Als Forschungsgegenstand werden dazu vor allem die Choleraausbrüche in Berlin und Hamburg im 19. Jahrhundert betrachtet werden. Aber auch die Typhusepidemie in Gelsenkirchen 1901, sowie der Ausbruch der Spanischen Grippe 1918 und der Hongkong-Grippe 1968 sollen Teil der Langzeitanalyse werden.

04/2017 – 12/2020 Masterstudium der Geschichte mit Schwerpunkt Technik, Umwelt und Stadt, TU Darmstadt
10/2015 – 03/2017 Bachelorstudium der Geschichte mit Schwerpunkt Moderne, TU Darmstadt
seit 10/2021 Doktorandin im Graduiertenkolleg KRITIS, TU Darmstadt
03/2015 – 12/2015 Aushilfskraft für Vertretungsunterricht an der State International School Seeheim